Hochzeitstrauma...                                                                                                  Jeder Gast hat sein eigenes Ansinnen, eine Hochzeit mit den verschiedensten Dingen zu füllen, die er dem Brautpaar mit auf den nun gemeinsamen Weg geben möchte. Gut gemeint ist jedoch nicht immer gut gemacht. Und eine gute Planung ist mehr als die halbe Miete....Die Hochzeit meiner Jugendfreundin war für mich ein einschneidendes Erlebnis dazu, und hat mir für viele Jahre ein Hochzeitstrauma verpaßt:                                                                                                                     Es begann damit, dass ihre Freundin, die Friseurin war, zu spät kam, um ihr die Haare zu machen. Nein, eigentlich schon viel eher. Es gab keine richtigen Einladungskarten, ich bin ja spontan. Wann wir wo sein mussten, erfuhr ich in groben Zügen im Vorbeigehen durch ihre Schwester. OK. Was sie sich wünsche...mmhhh Geld womöglich. Also Geldgeschenk schön verpackt und schick zur Hochzeit aufgemacht.                                                                                          Wir kamen bei der Kirche an (Standesamt wollte sie in engstem Kreis Morgens machen) und man glaubt es nicht: die Braut kommt zu spät, weil die Kutsche einen Achsbruch hatte. Gott sei Dank war weder der Braut, noch dem Pferd etwas passiert. Als wir nun in die Kirche gingen, sahen wir vorn einen etwas wankenden Pfarrer stehen. Darauf die Brautschwester...der ist ja betrunken!? Zuerst dachte ich an einen Witz, denn schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf. Aber auch Geistliche sind Menschen und- er war tatsächlich alkoholisiert. Die Trauung hat er trotzdem vorgenommen. Nun, es ging dann in ein Restaurant mit Saalanbindung. Soweit, sogut. Der Sektempfang war, bis auf die sehr grimmig dreinblickende Servicekraft, ok. Später kam noch eine Zweite dazu, aber die blickte auch nicht viel netter. Vielleicht denken Sie jetzt: ich bin zu empfindlich. Möglich, aber ich denke, dass mir als Gast schon ein Bissen im Hals stecken bleiben kann, wenn jede Getränkebestellung beim Personal nur mit einem giftigen Blick gewürdigt wird.          Ich spreche hier nicht von meinem rein persönlichen Empfinden, sondern von dem aller weiteren Gäste. Schliesslich unterhält man sich ja auch einmal später.                                                                                                                                  Das Essen hat wirklich hervorragend geschmeckt, nur war leider nicht so viel für alle Gäste da. Nach einem Gang war das Büffet schon leer. Und keiner hatte sich den Teller bis zum Rand vollgetan... naja. Der Bräutigamm hat sich zwar beschwert, aber weiteres Essen kam dadurch auch nicht mehr.                                                  Nun, Musik kam dann später in Gestalt eines DJ Freundes(den die Braut nicht kannte), es gab einen Hochzeitstanz, eine Hochzeitstorte und die Feier begann... um dann plötzlich durch die Entführung der Braut zu einem unheilvollen Durcheinander bei den Gästen und Wutausbrüchen beim Bräutigam zu sorgen.                                                                                                                                  Die Braut, samt einem Freund, dessen Freundin und dem Bruder des Bräutigams, zog von einer Diskothek in die Nächste, tanzte, was das Kleid hielt und hinterließ eine schöne Zeche. Der Bräutigam versuchte zu Beginn noch, seine Angetraute zu finden, aber nach 3 Stunden vergeblicher Suche, kehrte er in das Restaurant zurück und ertränkte seine Wut in mehreren Longdrinks. Was auch zur Folge hatte, dass der Wirt die Gelegenheit nutzte, den Korn der Gäste etwas zu strecken und nachweislich mehr Verbrauch anschrieb, als tatsächlich getrunken wurde. Auch das ist kein Witz. Die Mehrzahl der Gäste war Aufgrund des nicht vorhandenen Paares, des Hungers und des missgestimmten Servicepersonals schon nach Hause gefahren. Ich war, als treue Freundin, immer noch da und versuchte, den Bräutigam mit Sätzen, wie... die kommt bestimmt bald wieder, sonst verpasst sie noch ihren Brautstraußwurf! aufzumuntern. Fehlanzeige. Und wer konnte ihm das verübeln... Die Einzigen, die sich über diese Aktion gefreut haben, waren die Braut samt Gefolge und die Zechwirte. Soviel zum Thema Anekdoten, die das Leben schreibt.  Sicher kann man sich womöglich darüber streiten, ob die Beiden möglicherweise garnicht zusammen gepasst haben, zumal sie recht schnell wieder geschieden wurden. Aber das fiel zum Glück nicht in mein Ressort.                                               Später wohl aber die gute Planung dieses für meine Begriffe bedeutsamen Tages für meine Brautpaare....                                                                                  Brautentführungen gibt es auf Hochzeiten, bei denen ich mitwirke, in der Regel nicht! Einzige Ausnahme und auch nur, wenn BEIDE Partner das lustig finden: ich weiß, wer die Braut wann wo hinentführen möchte und ein Fahrer aus meinem Team samt Handy fährt die Braut an einen vorher genau definierten Ort und auch auf Ansage wieder zurück ;-)